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16. Januar 2026 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH zum Familiennachzug bei Anhängigkeit eines Aberkennungsverfahrens gegenüber der Bezugsperson: Art. 8 EMRK erfordert eigenständige Prüfung von Begründetheit und Dauer des Aberkennungsverfahrens durch das BVwG

Mit Erkenntnis vom 16. Dezember 2025, E 1211/2025 ua, hat der VfGH mit § 35 Abs. 4 Z 1 AsylG 2005 jene Bestimmung näher ausgelegt, nach deren Wortlaut bereits die bloße Anhängigkeit eines Aberkennungsverfahrens gegenüber einer in Österreich schutzberechtigten Bezugsperson einem Familiennachzug jedenfalls entgegensteht. Nach Ansicht des VfGH gebietet Art. 8 EMRK, dass das BVwG im Einreiseverfahren die Gründe für die Einleitung des Aberkennungsverfahrens sowie dessen voraussichtliche Dauer in den Blick nimmt.

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16. Januar 2026 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH zum Familiennachzug bei subsidiärem Schutzstatus: Art. 8 EMRK erfordert Interessenabwägung auch vor Ablauf der dreijährigen Wartefrist

Mit Erkenntnis vom 16. Dezember 2025, E 1957/2025 ua, hat der VfGH klargestellt, dass ein vor Ablauf der dreijährigen Wartefrist gemäß § 35 Abs. 2 AsylG 2005 gestellter Antrag auf Familienzusammenführung zu einer subsidiär schutzberechtigten Bezugsperson nicht allein unter Verweis auf die nicht eingehaltene Wartefrist abgewiesen werden darf, sondern in verfassungskonformer Interpretation des § 35 Abs. 2 AsylG 2005 eine Interessenabwägung gemäß Art. 8 Abs. 2 EMRK durchgeführt werden muss. Das Erkenntnis bestätigt damit die bereits im Ablehnungsbeschluss zu E 933/2022 (s dazu hier) erkennbare Rechtsansicht des VfGH.

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10. Dezember 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VwGH: Jede Form von Genitalverstümmelung (FGM/C) ist Verfolgung

In seinem Erkenntnis vom 9.9.2025, Ra 2025/18/0070, beschäftigte sich der Verwaltungsgerichtshof mit grundsätzlichen Fragen der asylrechtlichen Folgen von Genitalverstümmelung in Somalia.

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30. Oktober 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Weiterführung der Rechtsprechung zu Syrien

Der VfGH hat sich in der Oktober-Session mit der Situation in Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes auseinandergesetzt und seine Rechtsprechung konkretisiert. Anlassgebend waren Beschwerden gegen vollinhaltlich negative Asylentscheidungen einerseits sowie gegen die Anhaltung in Schubhaft andererseits.

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28. Oktober 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Aufhebung einer Wort- und Zeichenfolge in § 8 Abs. 4 AsylG 2005

Mit Erkenntnis vom 18. September 2025, G 57/2025 ua, hat der VfGH die Wort- und Zeichenfolge „, wenn der Antrag auf Verlängerung vor Ablauf der Aufenthaltsberechtigung gestellt worden ist“ in § 8 Abs. 4 AsylG 2005, BGBl. I Nr. 100/2005 idF BGBl. I Nr. 68/2013, wegen Verstoßes gegen das Recht auf Gleichbehandlung von Fremden untereinander gemäß Art. I Abs. 1 Bundesverfassungsgesetz BGBl. 390/1973 als verfassungswidrig aufgehoben.

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3. Oktober 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Nichtzuerkennung des Status eines Asylberechtigten und eines subsidiär Schutzberechtigten, Rückkehrentscheidung und Zulässigkeit der Abschiebung nach Syrien

Eine Einziehung des Beschwerdeführers zum Wehrdienst in die syrische Armee unter der Führung des ehemaligen Assad-Regimes ist nicht maßgeblich wahrscheinlich, da dieses vor rund fünf Monaten gestürzt wurde und die Heimatregion des Beschwerdeführers sowie die überwiegenden Teile Syriens und damit auch die Rückwege in seine Heimatregion nunmehr unter der Kontrolle der Kräfte der syrischen Übergangsregierung stehen. […] Im Hinblick auf die gegebenen Umstände kann damit in einer Gesamtbetrachtung ein „reales Risiko“ einer gegen Art. 2 oder 3 EMRK verstoßenden Behandlung bzw. der Todesstrafe im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erkannt werden.

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1. August 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Mitteilung über die Einleitung eines Aberkennungsverfahrens ist kein Bescheid

Es ist somit nicht davon auszugehen, dass das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl die Erlassung eines Bescheides gegenüber dem Beschwerdeführer beabsichtigt hat, zumal auch in § 7 Abs. 2a letzter Satz AsylG 2005 explizit festgehalten wird, dass dem Asylberechtigten die Einleitung des Verfahrens zur Aberkennung des Status des Asylberechtigten formlos mitzuteilen ist.

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15. Juli 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Neue Rechtsprechung zur Aufnahmesituation Schutzberechtigter in Griechenland

Bei der Frage, ob anerkannte Schutzberechtigte bei ihrer Rückkehr nach Griechenland die Gefahr einer Verletzung ihrer nach Art. 2 und 3 EMRK geschützten Rechte zu gewärtigen haben, differenziert der VfGH nunmehr zwischen vulnerablen und nichtvulnerablen Personen.

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28. April 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Aberkennung des Status einer Asylberechtigten wegen des Verbrechens der fortgesetzten Gewaltausübung gem. § 107b StGB

Das Verbrechen der fortgesetzten Gewaltausübung wird in der Rechtsprechung des VwGH nicht explizit aufgezählt, jedoch ist unzweifelhaft davon auszugehen, dass der Tatbestand des § 107b StGB zu jenen Delikten gehört, die die Rechtsordnung am stärksten beeinträchtigen.

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10. Januar 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Familienleben steht auch am Lebensende unter besonderem Schutz

Mit dem Erkenntnis VfGH 25.11.2024, E 3214/2024, hat der VfGH – erstmals – festgehalten, dass die Beziehung von Eheleuten am Lebensende eines Ehepartners unter dem besonderen Schutz des Art. 8 EMRK stehen kann.

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9. Januar 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VwGH: Aktuelle Rechtsprechungsübersicht zu afghanischen Frauen (Ra 2021/20/0425) und Mädchen (Ra 2022/20/0028, Ra 2023/20/0524, Ro 2022/18/0003)

Wie bereits im Rechtsprechungsbeitrag vom 4. Oktober 2024 ausgeführt, hatte der EuGH in den verbundenen Rechtssachen C‑608/22 und C‑609/22 über zwei Vorabentscheidungsersuchen des VwGH zu entscheiden. Mit Erkenntnissen je vom 23. Oktober 2024, Ra 2021/20/0425 und zu Ra 2022/20/0028, hob der VwGH im fortgesetzten Verfahren die Entscheidungen des BVwG auf.

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3. Januar 2025 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Ermittlungspflichten des BVwG in Bezug auf die Echtheit und Richtigkeit vorgelegter Urkunden

Mit Erkenntnis vom 25. November 2024, E 3348/2024, hat der VfGH die Anforderungen an die Ermittlungstätigkeit des BVwG näher konkretisiert: Wird eine Entscheidung – wie in diesem Fall – wesentlich auf die mangelnde Echtheit und Richtigkeit eines von der beschwerdeführenden Partei vorgelegten Haftbefehls gestützt, müssen dieser Beurteilung zumutbare Ermittlungen zugrunde liegen.

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4. Dezember 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Zuerkennung des Status einer Asylberechtigten an eine ägyptische Konvertitin

Die Beschwerdeführerin wird bei einer Rückkehr an ihren Heimatort mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit von ihrem Bruder schwer verletzt, misshandelt oder getötet werden, da er ihre Abkehr vom islamischen Glauben und den Übertritt zum christlichen Glauben nicht akzeptiert.

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6. November 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Informationspflichten des Verwaltungsgerichts bei Durchführung einer mündlichen Verhandlung ohne Anwesenheit der amtswegig beigegebenen Rechtsvertretung

Nach den Erkenntnissen zu E 2125/2024 und E 2483/2024 vom 3. Oktober 2024 stellt es eine willkürliche Handhabung des Verfahrensrechts dar, wenn eine beschwerdeführende Partei ohne ihre amtswegig beigegebene Rechtsvertretung der BBU GmbH zur mündlichen Verhandlung erscheint und das Gericht die Partei nicht ausdrücklich dazu befragt, ob die mündliche Verhandlung ohne Anwesenheit seiner Rechtsvertretung durchgeführt werden kann. Dies gilt auch dann, wenn die BBU GmbH das Gericht zuvor schriftlich darüber informiert hat, dass die beschwerdeführende Partei keinen Einwand gegen die Durchführung der mündlichen Verhandlung in Abwesenheit seiner Rechtsvertretung hat.

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21. Oktober 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Nicht-Zuerkennung subsidiären Schutzes und Rückkehrentscheidung betreffend einen syrischen Staatsangehörigen im konkreten Einzelfall verfassungsrechtlich vertretbar

Mit Erkenntnis vom 2. Oktober 2024, E 3587/2023, hat der VfGH die Beschwerde eines syrischen Staatsangehörigen abgewiesen, dessen Antrag auf internationalen Schutz sowohl hinsichtlich des Status des Asylberechtigten als auch hinsichtlich des Status des subsidiär Schutzberechtigten abgewiesen, gegen den eine Rückkehrentscheidung erlassen und dessen Abschiebung für zulässig erkannt worden war. Das BVwG hat aus Sicht des VfGH vor dem Hintergrund der Länderberichte und der konkreten individuellen Umstände des Beschwerdeführers vertretbar begründet, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Syrien (insbesondere) keine reale Gefahr einer Verletzung in seinen Rechten gemäß Art. 2 und 3 EMRK droht.

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8. Oktober 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Vorlage an den EuGH zur Frage, ob das Leisten einer Gebühr zur Befreiung vom Militärdienst das Vorliegen einer Verfolgungshandlung ausschließt

Das BVwG ersuchte den EuGH um Vorabentscheidung über die Frage, ob Art 9 Abs. 2 lit. e der Statusrichtlinie (StatusRL) dahingehend auszulegen sei, dass die Möglichkeit der Zahlung einer Gebühr, die den Zahlenden von der Verpflichtung zur Ableistung eines Militärdienstes befreit, das Vorliegen einer Verfolgungshandlung ausschließt, wenn die Zahlung der Gebühr ein Mittel darstellt, um einer Einziehung zum Militärdienst zu entgehen.

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4. Oktober 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

EuGH: Maßnahmen der Taliban gegen afghanische Frauen und Mädchen stellen Verfolgungshandlungen dar

Die Kumulierung von frauendiskriminierenden Maßnahmen durch das Taliban-Regime stellt eine Verfolgungshandlung dar. Im Fall von afghanischen Frauen, genügt es, wenn Mitgliedstaaten bei der Prüfung von Anträgen auf internationalen Schutz lediglich das Geschlecht und die Staatsangehörigkeit berücksichtigen.

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4. Oktober 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Willkür durch Abweisung des Antrages auf internationalen Schutz und Erlassung einer Rückkehrentscheidung betreffend eine politisch aktivistische Transgender-Person aus der Volksrepublik China

Mit Erkenntnis vom 16. September 2014, E 1046/2024, hat der VfGH der Beschwerde einer trans*Frau mit chinesischer Staatsbürgerschaft stattgegeben, da das BVwG sich nicht hinreichend mit eigenen wesentlichen Ermittlungsergebnissen (insbesondere zur Meinungs- und Pressefreiheit und zur Situation von Personen, die sich für LGBTIQ-Angelegenheiten einsetzen) in der Volksrepublik China auseinandergesetzt bzw. aus diesen Schlüsse gezogen hat, die mit den Ermittlungsergebnissen nicht denkmöglich vereinbar sind.

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19. August 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Nichtzuerkennung des Status einer subsidiär Schutzberechtigten an eine ukrainische Staatsangehörige

„Ungeachtet der – für das Bundesverwaltungsgericht derzeit bloß entfernten –  Möglichkeit in der Herkunftsregion direkt oder indirekt von Kriegsfolgen betroffen zu sein, besteht für die Beschwerdeführerin nach der derzeitigen niedrigen Gefahrenlage in westlich gelegenen Landesteilen kein reales Risiko der Verletzung der durch Art. 2 und 3 EMRK garantierten Rechte.“

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19. Juli 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

EuGH: Anerkennung als Flüchtling in einem Mitgliedstaat steht einer Auslieferung an das Herkunftsland durch einen anderen Mitgliedstaat entgegen

Die Flüchtlingsanerkennung durch einen EU–Mitgliedstaat entfaltet für andere Mitgliedstaaten Bindungswirkung und darf durch eine Auslieferung nicht faktisch übergangen werden. Erst nach einem Informationsaustausch der beiden Mitgliedstaaten, einer Aberkennung des Flüchtlingsstatus und einer Überprüfung, dass im Fall der Auslieferung kein ernsthaftes Risiko der Todesstrafe, der Folter oder einer anderen unmenschlichen oder erniedrigenden Strafe oder Behandlung besteht wäre die Auslieferung zulässig.

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15. Juli 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Zuerkennung des Status des Asylberechtigten an eine Angehörige einer christlichen Vereinigung in China

Nach der Überzeugung des BVwG könnte die Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr nach China keine öffentlich wahrnehmbare Glaubensbetätigung vornehmen, ohne mit der erforderlichen beachtlichen Wahrscheinlichkeit von im Rahmen des Art. 1 Abschnitt A Z 2 GFK relevanten Verfolgungsmaßnahmen betroffen zu sein. Im Falle der Glaubensbetätigung in der Öffentlichkeit, wie etwa der Teilnahme an öffentlichen Gottesdiensten oder der Vornahme von Gebeten in Gemeinschaft mit anderen oder gar im Falle des Versuches, andere von ihrer religiösen Anschauung überzeugen zu wollen, würde sich die Beschwerdeführerin der beachtlichen Gefahr staatlicher Willkürmaßnahmen aussetzen.

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9. Juli 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

VfGH: Nicht-Zuerkennung subsidiären Schutzes und Rückkehrentscheidung betreffend einen afghanischen Staatsangehörigen im konkreten Einzelfall verfassungsrechtlich vertretbar

Mit Erkenntnis vom 13. Juni 2024, E 746/2024 hat der VfGH die Beschwerde eines afghanischen Staatsangehörigen abgewiesen, dessen Antrag auf internationalen Schutz sowohl hinsichtlich des Status des Asylberechtigten als auch hinsichtlich des Status des subsidiär Schutzberechtigten abgewiesen, gegen den eine Rückkehrentscheidung erlassen, dessen Abschiebung für zulässig erkannt und dem eine 14-tägige Frist zur freiwilligen Ausreise gesetzt worden war. Das BVwG hat aus Sicht des VfGH vor dem Hintergrund der Länderinformationen und der konkreten individuellen Umstände des Beschwerdeführers vertretbar begründet, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Afghanistan (insbesondere) keine reale Gefahr einer Verletzung in seinen Rechten gemäß Art. 2 und 3 EMRK droht.

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23. Mai 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten an ein moldauisches Kleinkind und dessen indische Eltern

Dem etwa 2,5-jährigen Drittbeschwerdeführer würde im Falle einer Rückkehr in die Republik Moldau (im besprochenen Erkenntnis als „Moldawien“ bezeichnet) im gesamten Staatsgebiet eine reale Gefahr einer Verletzung von Art. 2 und 3 EMRK drohen, da er ohne seine Eltern in die Republik Moldau zurückkehren müsste und deshalb Gefahr laufen würde, in einem Kinderheim aufzuwachsen und einem erhöhten Risiko von sexuellem Missbrauch, physischer und psychischer Gewalt, Verwahrlosung sowie Kinderarbeit ausgesetzt zu sein.

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23. April 2024 von Blog Asyl in Rechtsprechung

BVwG: Nichtzuerkennung des Status eines subsidiär Schutzberechtigten, Bestätigung der Rückkehrentscheidung und der Zulässigkeit der Abschiebung nach Afghanistan

„Eine auf das gesamte Staatsgebiet bezogene ernsthafte individuelle Bedrohung des Lebens oder der Unversehrtheit des Beschwerdeführers als Zivilperson infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen bewaffneten Konflikts liegt angesichts der sich aus den Länderberichten ergebenden aktuellen Sicherheitslage in Afghanistan daher nicht vor. […] Baghlan, die Herkunftsprovinz des Beschwerdeführers, [ist] jeweils in (IPC) Stufe 3 eingeordnet. […] Der volljährige Beschwerdeführer ist gesund, arbeitsfähig und hat den weit überwiegenden Teil seines bisherigen Lebens in Afghanistan verbracht, dort eine zwölfjährige Schuldbildung absolviert und Berufserfahrung als Taxilenker, sodass er seinen Lebensunterhalt im Falle seiner Rückkehr durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder – wie vor seiner Ausreise – bestreiten könnte. Er verfügt im Herkunftsland über ein tragfähiges weites familiäres Netzwerk dergestalt, dass zumindest sein Vater und Geschwister sowie mehrere Onkel und Tanten in Baghlan leben und es besitzt seine Familie in seinem Heimatdorf in Baghlan ein Haus sowie ein Geschäft und hat auch Geld. […] dass die persönliche Lebenssituation der Familie des Beschwerdeführers sich weit besser gesichert dargestellt hat, als es der Einstufung seiner Herkunftsregionen Baghlan in der Integrated Food Security Phase Classification (IPC) in der Phase 3 (Krise) entspricht.“

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